Schmiedeeisernes Tor in einem Wiener Portal

Verkaufen

Maklerprovision in Wien 2026: Wer zahlt wie viel beim Kauf, beim Verkauf und bei der Miete

5 Min. Lesezeit

Von Thomas Uhlir MBA, Geschäftsführer

Die Frage, wer die Maklerprovision zahlt, hat in Österreich keine einzige Antwort. Sie hängt davon ab, ob es um Kauf oder Miete geht und wer den Makler beauftragt hat. Darum liest man im Netz so viele Antworten, die jede für sich stimmen und zusammen verwirren.

Hier die Ordnung, mit den gesetzlichen Höchstgrenzen. Die Provision selbst ist verhandelbar, die Grenze nicht.

Beim Kauf gilt eine Höchstgrenze für jede Seite

Verkäufer und Käufer können beim Kauf jeweils einen Makler beauftragen, und jede Seite darf bis zur Höchstgrenze belastet werden. Die Grenze richtet sich nach dem Kaufpreis, nicht nach dem Aufwand. Sie gilt für Wohnungen und Häuser, die Werte stammen von oesterreich.gv.at und von der Arbeiterkammer Wien.

  • Ab 48.448,52 Euro Kaufpreis: höchstens 3 Prozent.
  • Von 36.336,43 bis 48.448,51 Euro: ein Fixbetrag von 1.453,46 Euro.
  • Bis 36.336,42 Euro: höchstens 4 Prozent.

Auf jeden dieser Beträge kommen 20 Prozent Umsatzsteuer. Eine niedrigere Vereinbarung ist jederzeit möglich. Wer verhandeln möchte, verhandelt also nach unten, und er darf es offen ansprechen.

Beispielrechnung: Kaufpreis 400.000 Euro

Das Beispiel zeigt die Höchstgrenze für eine Seite. Es ist ein Rechenbeispiel, keine Empfehlung.

3 Prozent von 400.000 Euro
12.000 Euro
Umsatzsteuer 20 Prozent
2.400 Euro
Höchstens je Seite
14.400 Euro

Zahlen Käufer und Verkäufer je die Höchstgrenze, sind es zusammen höchstens 28.800 Euro. Stand der Grenzwerte: Jänner 2026.

Am unteren Rand der Tabelle ändert sich die Rechnung

Die Staffel hat zwei Grenzen. Unter 36.336,43 Euro Kaufpreis sind bis zu 4 Prozent erlaubt, dazwischen ein fester Betrag. Das erklärt, warum die Werte nicht gleichmäßig wachsen.

Beispielrechnung: Kaufpreis 40.000 Euro

Der Preis liegt im mittleren Bereich der Staffel. Rechenbeispiel zur Veranschaulichung, kein typischer Wohnungspreis.

Fixbetrag laut Staffel
1.453,46 Euro
Umsatzsteuer 20 Prozent
290,69 Euro
Höchstens
1.744,15 Euro

Stand der Grenzwerte: Jänner 2026.

Bei der Miete zahlt, wer zuerst bestellt

Seit 1. Juli 2023 gilt bei Mietwohnungen das : Die Provision zahlt, wer den Makler zuerst beauftragt hat. In der Praxis ist das der Vermieter. Das Prinzip gilt bei Mietwohnungen, nicht beim Kauf oder Verkauf.

Auch bei der Miete gibt es Höchstgrenzen. Berechnet wird sie aus der Nettomiete plus Betriebskosten ohne Umsatzsteuer, Heizkosten zählen nie dazu:

  • Unbefristeter Mietvertrag oder Befristung über drei Jahre: höchstens zwei Bruttomieten.
  • Befristung bis zu drei Jahren: höchstens eine Bruttomiete.
  • Wird ein befristeter Vertrag verlängert oder in einen unbefristeten umgewandelt: höchstens eine weitere Bruttomiete.
Beispielrechnung: Mietwohnung mit 900 Euro Basis

Angenommen, Nettomiete und Betriebskosten ergeben zusammen 900 Euro im Monat, und der Vertrag ist unbefristet. Angenommener Wert, kein Marktpreis.

Höchstens zwei Monatsmieten (2 mal 900 Euro)
1.800 Euro
Umsatzsteuer 20 Prozent
360 Euro
Höchstens
2.160 Euro

Bei einer Befristung bis zu drei Jahren wäre es höchstens eine Monatsmiete: 900 Euro plus 180 Euro Umsatzsteuer. Stand: Jänner 2026.

Wenn ein Makler für beide Seiten arbeitet

Ein Makler darf für Verkäufer und Käufer zugleich tätig sein und mit beiden eine Provision vereinbaren. Man nennt ihn dann . Auch RED weist in den AGB darauf hin, dass wir für beide Seiten tätig werden können. Wichtig ist, dass Sie es vorher wissen und die Vereinbarung lesen.

Ob ein Makler im Auftrag des Verkäufers oder des Käufers arbeitet, sollten Sie bei der ersten Besichtigung fragen. Die Antwort sagt Ihnen, wessen Interessen er vertritt und wer ihn bezahlt.

Was die Provision mit dem Alleinauftrag zu tun hat

Oft wird die Provision im Zusammenhang mit einer Vertragsbindung vereinbart. Welche Regeln für Verbraucher beim gelten, erklärt der Artikel Alleinvermittlungsauftrag in Wien. Wer kaufen möchte, sollte zusätzlich die anderen Kaufnebenkosten kennen, dazu gibt es Nebenkosten beim Wohnungskauf.

Verhandeln ist erlaubt

Die Höchstgrenze ist ein Deckel, kein Preis. Wer eine niedrigere Provision möchte, kann sie vorschlagen, und eine niedrigere Vereinbarung ist jederzeit möglich. Sprechen Sie darüber, bevor Sie beauftragen, und fragen Sie, welche Leistung dafür steht. Eine niedrige Provision ohne Leistung hilft Ihnen so wenig wie eine hohe.

Worauf Sie achten sollten

  • Fragen Sie vor der Beauftragung, welche Provision gelten soll und für wen.
  • Lassen Sie sich die Vereinbarung schriftlich geben.
  • Rechnen Sie die Umsatzsteuer immer mit.

Ob die Höchstgrenze für Ihr Objekt gilt und wie sie sich auf Ihr Geschäft auswirkt, hängt von Einzelheiten ab. Für den Überblick, wie ein Verkauf bei uns abläuft, lesen Sie Wohnung verkaufen in Wien. Auf der Seite Verkaufen können Sie eine Bewertung anfragen.

Wenn Sie wissen möchten, was das für Ihr Haus bedeutet: ein Gespräch genügt.

Kurz gefragt

Wer zahlt Maklerprovision in Österreich?

Beim Kauf können Verkäufer und Käufer jeweils einen Makler beauftragen, jede Seite bis zur gesetzlichen Höchstgrenze: ab 48.448,52 Euro Kaufpreis drei Prozent, jeweils plus 20 Prozent Umsatzsteuer. Bei Mietwohnungen zahlt seit 1. Juli 2023 nach dem Bestellerprinzip, wer den Makler zuerst beauftragt, praktisch also der Vermieter. Eine niedrigere Vereinbarung ist jederzeit möglich.

Was bedeutet Bestellerprinzip?

Das Bestellerprinzip regelt bei Mietwohnungen, wer die Maklerprovision zahlt: Es zahlt, wer den Makler zuerst beauftragt hat, praktisch der Vermieter. Es gilt seit 1. Juli 2023. Beim Kauf und Verkauf einer Immobilie gilt es nicht, diese Geschäfte sind ausgenommen. Dort richtet sich die Provision nach der Vereinbarung mit dem Makler und den gesetzlichen Höchstsätzen.

Was ist Ihre Immobilie wert?

Zwei Minuten für die Eckdaten, den Rest klären wir im Gespräch.

Bewertung anfragen

Quellen

  1. oesterreich.gv.at: Maklerprovision bei der Miete, Bestellerprinzip, Stand: Jänner 2026
  2. oesterreich.gv.at: Wohnung kaufen (Nebenkosten, Gebühren), Stand: Jänner 2026
  3. Arbeiterkammer Wien: Broschüre Immobilienmakler (Höchstprovision beim Kauf), Stand: 2022

Weitere Artikel